Grundlegendes zur Therapiebegleithund Ausbildung

Die meisten Hunde wirken äußerst feinfühlig und wollen uns Menschen gefallen. Aber dennoch ist nicht jeder Hund, egal welcher Rasse, nicht gleichermaßen geeignet als Therapiebegleithund. Er muss generell wesentliche Grundvoraussetzungen, die seinem Naturell entspringen, schon von vornherein mitbringen. Die wichtigsten Wesensmerkmale sind eine hohe Reizschwelle, Menschenbezogenheit, Geduld sowie Gelassenheit. Da Therapiebegleithunde auch mit unvorhersehbaren Situationen konfrontiert werden, müssen sie über einen guten Grundgehorsam verfügen. Generell gibt es keine speziellen Rassenvertreter, die sich als besonders geeignet hervor tun. Denn in jeder Hunderasse oder unter den Mischlingen gibt es Exemplare, die als gute sozialisierte Hunde gelten und sich für die tiergestützte Therapie eignen. Für die Therapiebegleithund Ausbildung sind in der Regel nur Hunde zugelassen, die nicht jünger sind als 24 Monate. Eine vorherige Kastration ist nicht erforderlich.

Aber auch nicht jeder Hundehalter eignet sich als Führer eines Therapiebegleithundes. Denn auch an ihm oder ihr werden gleichfalls hohe Anforderungen gestellt. Diese sind nicht weniger anspruchsvoll wie bei seinem Hund. Neben einem Grundmaß an fundierten Kenntnissen über die Haltung, Pflege, Gesundheit und Ernährung des Tieres, sollte er oder sie eine gesunde soziale Einstellung gegenüber anderen Menschen mitbringen. Weitere Grundvoraussetzungen sind eine positive Lebenseinstellung, eine ausgeprägte Kontaktfreudigkeit, eine gesunde Neugier sowie die Fähigkeit zur Selbstreflexion und Kritikfähigkeit.

Alles beginnt mit einem intensiven Eignungstest

Da es in Deutschland keinerlei gesetzlichen Regelungen für die Ausbildung zum Therapiebegleithund gibt, existieren nur allgemein gehaltene Standards nach denen sich die Ausbildungsstätten richten. In einigen Bundesländern erfolgt vor der eigentlichen Ausbildung ein ausführlicher Wesens- und Gehorsamstest, der von amtlichen bestellten Fachleuten entsprechend begutachtet und abgenommen wird. Hier wird vor allem geprüft, inwiefern Hundeführer und Hund miteinander harmonieren und zusammen arbeiten. Erst nach diesem erfolgreich bestandenen Zulassungstest beginnt die eigentliche Intensivausbildung zum Therapiebegleithund. Die über mehrere Tage oder Wochen dauernden Seminare fordern sowohl Mensch und Hund.

Die Ausbildung enthält sowohl Theoretika und Praktika

Je nach Ausbildungsstätte enthalten die Seminare sowohl einen theoretischen als auch einen praktischen Teil. Im theoretischen Teil werden meist human- und veterinäre sowie kynologische (Wissenslehre über den Hund) Aspekte gelehrt. Darüber hinaus kann die Ausbildung auch Inhalte aus dem Bereich der Psychologie, Soziologie, Recht und dem Hygienemanagment umfassen. Während der Praktika wird im Allgemeinen darauf hingearbeitet, welche Art von tiergestützten Therapie für den Hundeführer und Hund am besten geeignet ist.

Wer trägt die Kosten?

Ein weiterer wichtiger Aspekt zur Therapiebegleithund Ausbildung ist die Finanzierung. Denn es gibt im Bereich der tiergestützten Arbeit bislang noch keine ausreichenden gesetzlichen oder betrieblichen Bestimmungen über die Finanzierbarkeit. Da der Hund nach geltendem Recht einer Privatperson gehört, so ist dieser auch für die Kosten der Ausbildung selbst verantwortlich. Auch eine Finanzierbarkeit über die Krankenkassen ist nicht möglich, da Untersuchungen über die gesundheitsfördernde Wirkung und Nutzen einer tiergestützten Intervention noch fehlen.

 

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